Fressattacken und Heißhunger – die psychologischen Fallen bei jeder Diät

 

Menschen, die auf radikalem Weg versuchen ihr Gewicht zu reduzieren, werden häufig von Heißhunger- und Fressattacken überfallen. Plötzlich kann der Diätler den Tafeln Schokolade, der Pizza, dem Hamburger, den Pralinen und Co. einfach nicht mehr widerstehen. Der Erfolg sämtlicher Abnehmmaßnahmen wird damit regelmäßig in Frage gestellt. Doch wie können Fressattacken vermieden werden?

 

Fressattacken – starker Willen allein hilft nicht

 

Wenn der Heißhunger erst einmal angekommen ist, so ist gegen die Fressattacken kaum noch etwas auszurichten. Wer wieder einmal „schwach“ geworden ist, sollte sich aber nicht von seinem nachfolgenden schlechten Gewissen plagen lassen. Es bringt den „Sünder“ nämlich in keiner Weise weiter. Fressattacken lassen sich schließlich selbst mit starkem Willen nicht bezwingen. Allerdings kann daran gearbeitet werden, den Heißhunger seltener auftreten zu lassen. Viel wichtiger als ein schlechtes Gewissen ist daher die Ursachenforschung, um herauszufinden warum es zu den Fressattacken kommt. Denn nur, wenn die Ursachen vermieden werden, werden die Heißhunger- und Fressattacken mit der Zeit verschwinden. Allerdings sollte niemand auf ein Wunder hoffen, denn von jetzt auf gleich wird das Phänomen nicht verschwinden. Geduld und Selbstbeobachtung sind notwendig, um eine Besserung zu erzielen.

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Ursachen für Fressattacken – daran kann es liegen

 

 

Eine Ursache für Heißhunger kann ein absinkender oder zu niedriger Blutzuckerspiegel sein. Da der Zucker im Blut die Aufgabe hat, lebensnotwendige Energie für alle Funktionen des Körpers zu liefern, muss ein Grundpotential aufrechterhalten werden. Je länger die letzte Mahlzeit her ist, desto weiter sinkt der Blutzuckerspiegel ab. Wer abnehmen möchte, macht häufig den Fehler Mahlzeiten einfach ausfallen zu lassen oder zu wenig Energielieferanten zu essen. Mahlzeiten, die viel Weißmehl oder Zucker enthalten, lassen den Blutzucker zunächst ansteigen, doch kann dieser auch schnell wieder abfallen. Bei Frauen können auch Hormonschwankungen den Blutzuckergehalt beeinflussen. Dies und ein zu großer Ehrgeiz beim Diäten kann also durchaus Fressattacken auslösen.

 

 

Fressattacken mit psychischen Ursachen

 

 

Fressattacken müssen aber nicht immer körperliche Mangelerscheinungen als Auslöser haben. Heißhunger kann auch durch psychische Einflüsse entstehen. So belohnen sich viele Menschen mit einem guten Essen für das Meistern einer schwierigen Situation oder lenken sich mit Essen von Stresssituationen ab. Eine solche Zweckentfremdung des Essens führt natürlich zu einem Lernprozess, der automatisch in entsprechenden Situationen Fressattacken auslöst. Der Körper fordert dann massiv Essen ein, sobald eine unangenehme Situation sich anbahnt. Statt sich dem Problem zu stellen, fangen diese Menschen zu essen an. Ein weiter Punkt ist, dass die starke psychische Auseinandersetzung mit dem eigenen Körpergewicht und das Verbot bestimmter Lebensmittel während einer Diät dazu führen, dass der Körper einen Ausgleich schaffen will. Der Körper rebelliert solange, bis er die Lebens- und Genussmittel bekommt, die bei der Diät ausgeschlossen sind.

 

 

Krankhafte Fressattacken – Essstörungen als Ursache

 

 

Essstörungen wie Bulimie oder Binge Eating lösen regelmäßig Fressattacken aus. Die Betroffenen haben meist ein- bis zweimal die Woche, mit einer Fressattacke zu rechnen. Während der Fressattacken essen die Betroffenen sehr hastig, extrem viel und sehr kalorienreich. Gegessen wird, bis nichts mehr reingeht, also weit über ein Sättigungsgefühl hinaus. Ist der Heißhunger gestillt, so werden die Betroffenen von Schuldgefühlen geplagt. Die Fressattacken werden in diesen Fällen nicht durch ein Hungergefühl ausgelöst, sondern durch bestimmte Situationen. Für die Betroffenen ist eine Kontrolle der Lebensmittelmenge und -art nicht möglich. Es wird einfach alles gegessen, was dem Betroffenen in die Finger fällt. Da übermäßige Aufnahme von Kalorien nicht wieder ausgeglichen wird, sind die meisten von Binge Eating Betroffenen übergewichtig. Bei Bulimie-Patienten kommt hinzu, dass durch Erbrechen, Hungerphasen und exzessives Sporttreiben gegen die Folgen der Fressattacken vorgegangen wird. Bulimiker sind daher meist normalgewichtig oder untergewichtig. Solche Essstörungen sind manchmal lebensgefährlich und müssen natürlich entsprechend behandelt werden.

 

 

Fressattacken während des Abnehmversuchs verhindern

 

 

Wenn die Ursache für die Fressattacken durch Blutzuckerschwankungen während einer Diät ausgelöst werden, so können diese durch abwechslungsreiche, ausreichende und regelmäßige Mahlzeiten vermieden werden. Diäten, die einige Lebensmittel völlig ausklammern, sollten daher gemieden werden. Eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung hilft beim Abnehmen und beim Vermeiden von Fressattacken. Viel Gemüse und Vollkornprodukte, wenig Zucker und Weißmehl und schon können Fressattacken zum Verschwinden gebracht werden. Eine gesunde Vollwerternährung hält den Blutzuckerspiegel relativ konstant, so dass Heißhunger- und Fressattacken vermieden werden. Wenn der Heißhunger durch hormonelle Einflüsse hervorgerufen wird, so kann eine entsprechende Zusammenstellung der Ernährung ebenfalls helfen. Zudem ist eine solche Ernährungsweise die beste Möglichkeit, eine langsame, dauerhafte und gesunde Gewichtsreduktion zu erreichen.

 

 

Abnehmen ohne Fressattacken – ist das möglich?

 

 

Die unkontrollierte Gier nach Süßem oder Fettigem liegt in vielen Fällen in der Form der Diät begründet. Der Zusammenhang zwischen Crash-Diäten und Fressattacken ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Mittlerweile gibt es unendlich viele Diäten und Abnehmprogramme, die allerdings nicht alle als ausgewogen angesehen werden können. Wer lediglich Kalorien zählt oder nach dem FDH-Prinzip abnehmen will, der wird auf Dauer weder schlank noch frei von Fressattacken sein. Der Appetit auf verbotene Lebensmittel wird durch einseitige Diäten gefördert. Deshalb ist ein Abnehmplan, bei dem in Maßen alles erlaubt ist, worauf man Lust hat, sehr viel besser. Ernährungsexperten achten daher beim Erstellen eines Abnehmprogramms auf die individuellen Eigenheiten des Abnehmwilligen. Wer alle Nahrungskomponenten gut aufeinander abgestimmt zu sich nimmt, kann Fressattacken vermeiden und gleichzeitig eine nachhaltige Gewichtsreduktion erreichen.

 

 

Fazit zu Fressattacken

 

 

Wer abnehmen möchte ohne ständig in Angst vor Fressattacken zu leben, der sollte ein Abnehmprogramm wählen, dass eine ausgewogene Ernährung gewährleistet. Die Balance von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett ist ein Garant für eine gesunde Ernährung, bei der keine Mangelerscheinungen auftreten. Da der Körper mit einem solchen Abnehmplan im Einklang bleibt, kommt es sehr viel seltener zu Fressattacken. Zudem sollten auch Lebensmittel, die bei einer Diät eigentlich verboten wären, gelegentlich im Essensplan auftauchen. Wer ab und an ein Stückchen Schokolade geniessen darf, wird darauf keinen Heißhunger bekommen und ist so gefeit gegen Fressattacken mit Süßigkeiten. Eine Null-Acht-Fünfzehn-Diät aus der Frauenzeitschrift mag interessante Ergebnisse in kurzer Zeit versprechen, ob sie allerdings gesund ist, steht auf einem anderen Blatt. Nur wer mit einem ausgewogenen Abnehmprogramm, bei dem die Gewichtsreduktion langsam und stetig von statten geht, wird nachhaltig an Gewicht verlieren.

 

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